Mut zum Scheitern: Wie Fehlerkultur Unternehmen erfolgreicher macht
Kurz und knapp
- Die Realität: In Deutschland ist Scheitern oft ein Tabu – dabei gehört es zum unternehmerischen Alltag dazu wie der Erfolg selbst.
- Das Problem: Unternehmen ohne positive Fehlerkultur verlieren Innovationskraft, demotivieren Teams und verpassen wichtige Lernmomente.
- Die Lösung: Eine offene Fehlerkultur schafft psychologische Sicherheit, fördert Experimentierfreude und macht Organisationen langfristig wettbewerbsfähiger.
- Der Beweis: Bei der FuckUp Night 2025 in Düsseldorf zeigten Gründer wie Deniz Ates und Julia Rohde, dass Scheitern kein Ende, sondern oft ein Neuanfang ist.
- Das Ergebnis: Unternehmen mit etablierter Fehlerkultur lernen schneller, innovieren mutiger und ziehen bessere Talente an.

Was Fehlerkultur wirklich bedeutet
Der Artikel des IHK Magazins "Mut zum Scheitern" bringt es auf den Punkt: Unternehmen brauchen den Mut, Fehler zuzulassen.
Doch was bedeutet das konkret?
Fehlerkultur beschreibt die Art und Weise, wie eine Organisation mit Fehlern, Rückschlägen und gescheiterten Projekten umgeht. Eine positive Fehlerkultur bedeutet nicht, dass Fehler erwünscht sind oder dass Nachlässigkeit toleriert wird.
Vielmehr geht es darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem:
- Fehler offen angesprochen werden können, ohne Angst vor Bestrafung
- Aus Misserfolgen systematisch gelernt wird, statt sie zu vertuschen
- Experimente gewagt werden dürfen, auch wenn sie scheitern könnten
- Psychologische Sicherheit herrscht, die Innovation überhaupt erst ermöglicht
In Deutschland – besonders im Rheinland und in Düsseldorf – wandelt sich langsam die Einstellung zum Scheitern. Events wie die FuckUp Night im TechHub.K67 zeigen: Eine neue Generation von Unternehmern spricht offen über Rückschläge.
Warum Scheitern wichtig ist: Erkenntnisse von der FuckUp Night Düsseldorf 2025
Im April 2025 fand zum zweiten Mal die Start-up FuckUp Night in Düsseldorf statt – organisiert von der IHK Düsseldorf, TechHub.K67, Ignition und marketer UX. Über 100 Gäste aus der Start-up- und Unternehmensszene der Region kamen im Co-Working-Space TechHub.K67 zusammen, um eines zu tun, was in Deutschland noch immer selten ist:
Offen über Scheitern sprechen.
Zwei Geschichten vom Abend zeigen exemplarisch, warum eine offene Fehlerkultur überlebenswichtig ist.
Die Geschichte von Deniz Ates: Vom Beinahe-Aus zum Fünffachen Umsatz
Deniz Ates gründete 2020 mit zwei Studienfreunden Who Moves – eine Plattform, die internationalen IT-Fachkräften den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtert. Nach erfolgreicher erster Finanzierungsrunde 2023 schien alles auf Kurs.
Dann kam der Anruf, der alles veränderte.
Kurz vor Abschluss einer weiteren Investitionsrunde stellte der neue Steuerberater fest: Die vorherige Steuerkanzlei hatte das Start-up falsch beraten. Die Finanzierung platzte. Die Konten leerten sich. "Ich saß vor meinem Laptop und dachte, die Welt bricht vor mir zusammen", erinnert sich Ates.
Was ihn rettete, war nicht das Verbergen des Problems, sondern die offene Kommunikation:
- Er informierte alle Investoren transparent über die Situation
- Wechselte zur richtigen Steuerberatung (spezialisiert auf Start-ups)
- Bat bei Behörden und Versicherungen um Zahlungsaufschübe
- Nahm auch kleinere, zuvor abgelehnte Aufträge an
Das Ergebnis? 2024 verfünffachte Who Moves seinen Umsatz gegenüber 2023.
Seine Botschaft an alle Unternehmer in Düsseldorf und darüber hinaus: "Never fear to fuck up!"
Die Geschichte von Julia Rohde: Von der Insolvenz zum Neustart
Noch eindrucksvoller ist die Geschichte von Julia Rohde. Als erfahrene Serial-Entrepreneurin hatte sie bereits mehrere Start-ups erfolgreich aufgebaut und verkauft. 2022 ging sie mit Corbiota, einem Unternehmen für nachhaltige Tierernährung aus dem BASF-Inkubator, an den Start.

Die Ausgangslage war vielversprechend: innovative Idee, Großkonzern im Rücken, 17 Investoren. Doch bürokratische Hürden stellten sich in den Weg. Als eine US-Förderung platzte, fehlten 250.000 Euro. Aufgrund der komplexen Investorenstruktur ließ sich die Lücke nicht schließen.
Rohde traf die härteste Entscheidung im Unternehmerleben: Insolvenz.
Doch sie bewies: "Erfahrung schützt vor Scheitern nicht – aber sie hilft beim Neuanfang."
Was ihr durch die Krise half, war ihr Team. Niemand kündigte, niemand machte Vorwürfe – auch nicht, als es kein Gehalt mehr gab. "Diese Loyalität hat mich tief berührt. Wenn das Team stimmt, kommt ihr durch jede Krise."
Nach der Insolvenz gründete sie AgriBiome – und ihr gesamtes Team folgte ihr. Gemeinsam überarbeiteten sie ihr Produkt und starteten erfolgreich in den USA durch.
Die Lektion: Scheitern ist kein Ende. Es ist oft der Anfang von etwas Besserem – wenn man den Mut hat, darüber zu sprechen.
Die 3 Säulen einer positiven Fehlerkultur
Eine funktionierende Fehlerkultur im Unternehmen steht auf drei Pfeilern:
1. Psychologische Sicherheit
Was es bedeutet: Mitarbeiter können Risiken eingehen, Ideen äußern und Fehler zugeben, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen.
Warum es wichtig ist: Ohne psychologische Sicherheit werden Fehler vertuscht statt gemeldet. Das führt dazu, dass:
- Probleme zu spät erkannt werden
- Dieselben Fehler mehrfach gemacht werden
- Innovation gehemmt wird
Wie man es schafft:
- Führungskräfte gehen mit gutem Beispiel voran und sprechen über eigene Fehler
- Fehlerberichte werden belohnt, nicht bestraft
- "Blameless Postmortems" werden zur Routine
2. Strukturierte Lernprozesse
Was es bedeutet: Aus Fehlern lernen erfordert Systematik. Es reicht nicht, nur darüber zu reden – es braucht Prozesse.
Warum es wichtig ist: Ohne Struktur verpuffen die Lernmomente. Der nächste macht denselben Fehler, weil das Wissen nicht dokumentiert wurde.
Wie man es schafft:
- Post-Mortem-Analysen nach gescheiterten Projekten
- Lessons-Learned-Datenbank, die zugänglich ist
- Regelmäßige "Failure-Review-Meetings"
- Fehler-Kategorisierung (vermeidbar vs. experimentell)
3. Unterstützung durch die Führungsebene
Was es bedeutet: Fehlerkultur ist Chefsache. Wenn Leadership nicht mitzieht, bleibt es Lippenbekenntnis.
Warum es wichtig ist: Mitarbeiter orientieren sich am Verhalten der Führung, nicht an Poster-Sprüchen an der Wand.
Wie man es schafft:
- Führungskräfte berichten regelmäßig über eigene Fehler
- Budgets für "Experimente" werden eingeplant
- Scheitern wird als Investition in Wissen betrachtet
- Beförderungen berücksichtigen "intelligentes Scheitern"
Positive Fehlerkultur im Unternehmen etablieren: Praktischer Leitfaden
Die Theorie ist klar – aber wie setzt man eine positive Fehlerkultur konkret um? Hier ein praktischer 4-Schritte-Plan:
Schritt 1: Status Quo ermitteln
Bevor Sie etwas ändern, müssen Sie wissen, wo Sie stehen:
- Anonyme Umfrage: Wie sicher fühlen sich Mitarbeiter, Fehler anzusprechen?
- Beobachtung: Werden Fehler in Meetings offen diskutiert oder vertuscht?
- Analyse: Wie viele Fehlerberichte gibt es? (Zu wenige = schlechtes Zeichen!)
Schritt 2: Vorbild sein
Fehlerkultur beginnt ganz oben. Als Führungskraft müssen Sie den ersten Schritt machen:
- Berichten Sie in einem Meeting von einem eigenen Fehler
- Erklären Sie, was Sie daraus gelernt haben
- Zeigen Sie, dass Transparenz mehr zählt als Perfektion
Bei marketer UX in Düsseldorf haben wir diese Erfahrung selbst gemacht. Als Co-Organisator der FuckUp Night haben wir gesehen: Die wertvollsten Gespräche entstehen genau dann, wenn Führungspersonen Verletzlichkeit zeigen.
Schritt 3: Prozesse anpassen
Fehlerkultur braucht Struktur:
- Retrospektiven: Nach jedem Projekt – unabhängig vom Ausgang
- Blameless Postmortems: Nicht "Wer?", sondern "Was ist passiert und wie verhindern wir es?"
- Fehler-Kategorien: Unterscheiden Sie zwischen vermeidbaren Fehlern (Nachlässigkeit) und produktiven Fehlern (Experimente)
Schritt 4: Feiern Sie intelligentes Scheitern
Klingt paradox? Ist es aber nicht.
- Richten Sie einen "Best Failure Award" ein
- Teilen Sie gescheiterte Projekte im internen Newsletter
- Nutzen Sie Formate wie FuckUp Nights intern
Wichtig: Es geht nicht darum, Fehler zu glorifizieren. Es geht darum, den Lernprozess zu würdigen.
Aus Fehlern lernen: Best Practices für Unternehmen
Eine offene Fehlerkultur ist nur die halbe Miete. Entscheidend ist, dass aus Fehlern tatsächlich gelernt wird.
Die 5-Why-Methode
Bei jedem Fehler fünfmal "Warum?" fragen, um zur Ursache vorzudringen:
- Problem: Kampagne hat nicht funktioniert
- Warum? Zielgruppe falsch angesprochen
- Warum? Research war unzureichend
- Warum? Budget für Research wurde gestrichen
- Warum? Entscheider sahen Research nicht als Priorität
- Warum? Wert von Research wurde nicht kommuniziert
Root Cause: Kommunikationsproblem, nicht Kampagnenproblem.
Die "Premortem"-Technik
Statt nur nach Fehlern zu analysieren, können Sie Fehler antizipieren:
- Stellen Sie sich vor, Ihr Projekt ist gescheitert
- Überlegen Sie: Was waren die Gründe?
- Entwickeln Sie Gegenmaßnahmen, bevor Sie starten
Die Lessons-Learned-Datenbank
Wissen ist nur wertvoll, wenn es geteilt wird:
- Dokumentieren Sie jeden größeren Fehler
- Machen Sie die Datenbank durchsuchbar
- Verpflichten Sie Teams, vor neuen Projekten nach ähnlichen Fehlern zu suchen
Offene Fehlerkultur vs. versteckte Fehler: Der Unterschied
Was passiert, wenn Fehler vertuscht werden?
Szenario 1: Versteckte Fehlerkultur
- Fehler passiert → Mitarbeiter vertuscht ihn aus Angst
- Problem eskaliert → Wird erst spät entdeckt, Schaden größer
- Team lernt nichts → Nächster macht denselben Fehler
- Innovation stirbt → Niemand wagt Experimente
Szenario 2: Offene Fehlerkultur
- Fehler passiert → Mitarbeiter meldet ihn sofort
- Problem wird gelöst → Früh erkannt, Schaden begrenzt
- Team lernt → Wissen wird dokumentiert und geteilt
- Innovation lebt → Experimente werden ermutigt
Der Unterschied ist nicht, ob Fehler passieren. Der Unterschied ist, was danach geschieht.
Umgang mit Fehlern in der Praxis: Beispiele aus Düsseldorf und weltweit
Beispiel 1: Google's "Postmortem-Kultur"
Google hat eine der fortschrittlichsten Fehlerkulturen im Silicon Valley. Jeder größere Ausfall wird in einem "Postmortem"-Dokument analysiert – ohne Schuldzuweisung, nur mit Fokus auf Systemverbesserungen.
Das Ergebnis: Google-Systeme werden kontinuierlich robuster, weil aus jedem Fehler gelernt wird.
Beispiel 2: Amazon's "Day 1"-Philosophie
Jeff Bezos prägte den Begriff "Day 1" – die Mentalität, dass jeder Tag der erste Tag des Unternehmens ist. Das bedeutet auch: Fehler sind erlaubt, denn Experimente sind Pflicht.
Das Ergebnis: Amazon gilt als eines der innovativsten Unternehmen der Welt.
Beispiel 3: marketer UX und die FuckUp Night Düsseldorf
Als Agentur am Düsseldorfer Medienhafen haben wir selbst erlebt, wie wertvoll eine offene Fehlerkultur ist. Bei der Organisation der FuckUp Night 2025 zusammen mit der IHK Düsseldorf, TechHub.K67 und Ignition ging es genau darum:
Einen Raum schaffen, in dem Scheitern kein Stigma ist.
Die Resonanz war überwältigend. Über 100 Gäste aus Düsseldorf, dem Kreis Mettmann und dem Rheinland – und unzählige Gespräche darüber, wie man aus Rückschlägen gestärkt hervorgeht.
"Die Fehlerkultur in Deutschland ist furchtbar", kritisierte Uwe Roeninger, Gründer von mybreev aus Viersen, bei der Veranstaltung. "Als Unternehmer habe ich selbst schon viele Fails erlebt. Wir müssen darüber reden, damit wir voneinander lernen können. Sonst machen wir die Fehler umsonst."

Mut zum Scheitern als Wettbewerbsvorteil
"Scheitern gehört zum Unternehmertum genauso dazu wie der Erfolg", fasste Dr. Nikolaus Paffenholz von der IHK Düsseldorf bei der FuckUp Night treffend zusammen.
In einer Welt, die sich schneller verändert als je zuvor, ist Fehlerkultur kein Nice-to-Have mehr – es ist ein Wettbewerbsvorteil.
Unternehmen in Düsseldorf, im Rheinland und ganz Deutschland, die eine positive Fehlerkultur etablieren:
- Lernen schneller aus Rückschlägen
- Innovieren mutiger, weil Experimente erlaubt sind
- Ziehen bessere Talente an, die psychologische Sicherheit suchen
- Sind resilienter, weil Krisen offen angegangen werden
Die Geschichten von Deniz Ates (Who Moves) und Julia Rohde (AgriBiome) von der FuckUp Night Düsseldorf zeigen: Scheitern ist kein Ende. Es ist oft der Anfang von etwas Besserem – wenn man den Mut hat, darüber zu sprechen.
Mut zum Scheitern bedeutet nicht, fahrlässig zu sein. Es bedeutet, intelligent zu experimentieren, aus Fehlern zu lernen und als Organisation zu wachsen.
Möchten Sie eine positive Fehlerkultur in Ihrem Unternehmen in Düsseldorf etablieren?
Bei marketer UX am Düsseldorfer Medienhafen haben wir nicht nur die FuckUp Night mitorganisiert – wir leben Fehlerkultur täglich. Als Webflow-Agentur und Experten für digitale Transformation wissen wir: Die besten Projekte entstehen durch Mut, nicht durch Perfektion.
Sie möchten mehr erfahren?
Vereinbaren Sie jetzt ein kostenloses Beratungsgespräch und lassen Sie uns gemeinsam an Ihrer Fehlerkultur arbeiten.
Über den Autor:
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Team von marketer UX, Co-Organisator der FuckUp Night Düsseldorf 2025 gemeinsam mit der IHK Düsseldorf, TechHub.K67 und Ignition.
Quellen:
- IHK Magazin: Mut zum Scheitern
- Who Moves
- AgriBiome
- TechHub.K67
- FuckUp Night Düsseldorf 2025 (10. April 2025)
FAQ
Wie messe ich den Erfolg von Fehlerkultur?
Fehlerkultur ist messbar! Relevante KPIs:
Direkte Metriken:
- Anzahl gemeldeter Fehler (mehr = besser, bedeutet Vertrauen!)
- Time-to-Detection (wie schnell werden Probleme erkannt?)
- Lessons-Learned-Dokumentation (wird Wissen geteilt?)
Indirekte Metriken:
- Innovations-Rate (wie viele Experimente werden gewagt?)
- Mitarbeiter-Zufriedenheit (Employee Net Promoter Score)
- Psychologische Sicherheit (durch Umfragen messbar)
- Fluktuation (sinkt bei guter Fehlerkultur)
Langfristige Indikatoren:
- Anzahl erfolgreicher Produktlaunches
- Marktanpassungsgeschwindigkeit
- Wettbewerbspositionierung
Tipp: Tracken Sie diese KPIs quartalsweise und kommunizieren Sie Fortschritte transparent.
Wie etabliere ich Fehlerkultur in Düsseldorf/NRW?
In der Region Düsseldorf und NRW gibt es wachsende Community-Unterstützung:
Netzwerke & Events:
- FuckUp Night Düsseldorf (IHK, TechHub.K67, marketer UX)
- Ignition Düsseldorf (Start-up-Community)
- IHK Düsseldorf Gründerberatung
Lokale Vorbilder:
- Start-ups wie Who Moves und AgriBiome zeigen: Scheitern ist OK
- Etablierte Unternehmen am Medienhafen praktizieren moderne Arbeitskultur
- Co-Working-Spaces wie TechHub.K67 fördern offenen Austausch
Praktische Schritte:
- Besuchen Sie die nächste FuckUp Night
- Vernetzen Sie sich mit anderen Unternehmern
- Starten Sie interne "Lessons Learned"-Sessions
- Kontaktieren Sie die IHK Düsseldorf für Beratung
Was mache ich, wenn Führungskräfte nicht mitmachen?
Fehlerkultur ist Chefsache. Ohne Leadership-Buy-in wird es schwer. Strategien für Überzeugungsarbeit:
- Business-Case aufzeigen:
- Studien zu Innovation und Mitarbeiterbindung
- Beispiele erfolgreicher Unternehmen (Google, Amazon)
- ROI von Lernprozessen vs. wiederholte Fehler
- Mit Pilot-Teams starten:
- Beweisen Sie den Erfolg in kleinem Rahmen
- Zeigen Sie messbare Verbesserungen
- Lassen Sie Erfolge für sich sprechen
- Externe Impulse nutzen:
- Workshops mit Experten
- Veranstaltungen wie FuckUp Night besuchen
- Peer-Learning mit anderen Führungskräften
- Bottom-up-Druck aufbauen:
- Mitarbeiterumfragen zu psychologischer Sicherheit
- Exit-Interviews nutzen (warum gehen Top-Talente?)
Funktioniert Fehlerkultur in jeder Branche?
Ja, aber mit Anpassungen. Selbst in hochregulierten oder sicherheitskritischen Bereichen ist Fehlerkultur möglich:
Medizin/Gesundheitswesen:
- Nulltoleranz für vermeidbare Fehler
- Maximale Transparenz beim Reporting (z.B. Critical Incident Reporting Systems)
- Systematische Fehleranalyse zur Patientensicherheit
Luftfahrt:
- Strikte Safety-Protokolle
- Verpflichtendes Incident Reporting ohne Bestrafung
- Branchenweites Lernen aus Beinahe-Unfällen
IT/Software:
- "Move fast and break things"-Mentalität (mit Safeguards)
- Automatisierte Tests minimieren Risiken
- Continuous Deployment ermöglicht schnelle Korrekturen
Die Prinzipien (Transparenz, Lernen, psychologische Sicherheit) gelten überall – nur die Umsetzung variiert.
Wie lange dauert es, eine Fehlerkultur zu etablieren?
Kulturwandel braucht Zeit und Geduld. Rechnen Sie mit:
- 3-6 Monate: Erste Veränderungen sichtbar, erste Fehlerberichte kommen
- 12-18 Monate: Nachhaltige Verankerung, Prozesse greifen
- 2-3 Jahre: Vollständige kulturelle Transformation, "New Normal"
Wichtig: Der Wandel beginnt mit kleinen Schritten. Schon die erste offen besprochene Fehleranalyse kann ein Wendepunkt sein.
Wie bringe ich mein Team dazu, Fehler zuzugeben?
Der Schlüssel ist Vertrauen und Vorbildfunktion:
- Gehen Sie als Führungskraft mit gutem Beispiel voran – berichten Sie von eigenen Fehlern
- Reagieren Sie positiv auf Fehlerberichte – Danke statt Tadel
- Fragen Sie "Was hast du daraus gelernt?" statt "Warum ist das passiert?"
- Belohnen Sie Transparenz – machen Sie klar, dass Ehrlichkeit mehr zählt als Perfektion
- Schaffen Sie sichere Räume – Retrospektiven, in denen ohne Konsequenzen gesprochen werden kann
Bei der FuckUp Night in Düsseldorf haben wir gesehen: Wenn einer anfängt, offen zu sprechen, folgen andere.
Was ist der Unterschied zwischen Fehlerkultur und Nachlässigkeit?
Fehlerkultur bedeutet nicht, dass alles erlaubt ist. Es gibt einen wichtigen Unterschied:
Produktive Fehler:
- Entstehen beim Experimentieren, Lernen, Innovieren
- Werden offen kommuniziert und analysiert
- Führen zu Verbesserungen
Vermeidbare Fehler:
- Entstehen durch Nachlässigkeit, fehlende Sorgfalt
- Sind durch bestehende Prozesse vermeidbar
- Sollten minimiert werden
Eine gute Fehlerkultur fördert ersteres und minimiert letzteres.
Was ist Fehlerkultur und warum ist sie wichtig?
Fehlerkultur beschreibt, wie eine Organisation mit Fehlern umgeht. Sie ist wichtig, weil sie:
- Innovation ermöglicht – ohne Experimente kein Fortschritt
- Lernprozesse beschleunigt – aus Fehlern wird systematisch gelernt
- Psychologische Sicherheit schafft – Mitarbeiter trauen sich, Risiken einzugehen
- Wettbewerbsvorteile generiert – lernende Organisationen passen sich schneller an
In Düsseldorf und ganz Deutschland beginnt ein Umdenken: Scheitern wird nicht mehr als Versagen, sondern als Lernchance begriffen.




























rev%20komprimiert%20(1).jpg)



















